Durm:Erd- und Lehmstampfbau

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in Kapitel 5: Mauern aus Guß- und Stampfmassen - Inhaltsverzeichnis des Heftes


Inhaltsverzeichnis




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Baustoff. (117.)

Zur Herstellung der Mauern aus Erd- oder Lehmstampfmasse ist jede nicht zu magere oder zu fette, von Pflanzenteilen freie Erde oder entsprechender Lehm verwendbar; doch zieht man den letzteren vor, insbesondere, wenn er mit etwas Kies gemengt ist. Zu magere Masse bindet nicht genügend, eine zu fette bekommt Risse und erschwert die Arbeit. Als Proben für die genügende Bindekraft der Erde erachtet man, daß sie die ihr durch Zusammendrücken in der Hand gegebene Form behält, daß sie in nahezu lotrechten Wänden sich abgraben läßt und nur durch Zerhacken mit dem Spaten oder der Hacke zerteilt werden kann. Eine noch zuverlässigere Probe ist jedenfalls die von Chabat188) mitgeteilte, nach welcher man die zu untersuchende Erde in eine parallelepipedische Form von etwa 50cm Breite und etwas größerer Höhe in der bei Herstellung der Wände üblichen Weise stampft, dann diese zudeckt und an einen geschützten Ort stellt. Nach einer Woche ist die Erde so weit geschwunden, daß die Form sich abheben läßt, und nach einigen Monaten kann man dann untersuchen, ob der Zusammenhang des Erdkörpers sich vermehrt oder verringert hat, wonach die Brauch- und Nichtbrauchbarkeit zu beurteilen ist.

Das Beimengen von Steinen, auch von Kalksteinen, ist durchaus nicht schädlich, wenn sie nicht die Nußgröße überschreiten; auch die im Lehm sonst vorkommenden Gemengteile schaden nichts, wenn sie nicht leicht verwitterbar sind; die Erde darf jedoch keinen Humus enthalten, weshalb Acker- oder Gartenerde nicht brauchbar ist.

186) Das französische Zeitwort piser ist vom lateinischen pisare oder pisere abgeleitet, welches zerstampfen oder zerstoßen bedeutet. ^
188) Siehe: Dictionnaire des termes employés dans la construction etc. 2. Aufl. Paris 1881–82. (Artikel: Pisé.) ^




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Vor der Verwendung bedarf die gegrabene Masse einer Vorbereitung, die in einem tüchtigen Durcharbeiten mit dem Spaten, wobei große Steine und Wurzeln ausgelesen werden, sowie mitunter im Durchwerfen durch ein grobes, oft aus Flechtwerk hergestelltes Sieb besteht, welches die Steine, die größer als eine welsche Nuß sind, zurückhält.


Herstellung der Wände. (118.)

Behuß Ausführung von Wänden wird die richtig vorbereitete Erde in die später zu beschreibenden Formkasten, in Schichten von etwa 10cm Dicke, eingesüllt und so stark mit dem schon erwähnten Stößer gestampft, daß diese Dicke auf ungefähr 5cm verringert wird. Den richtigen Grad der Zusammenpressung erkennt man daran, daß auf der Oberfläche durch das Stoßen keine Eindrücke mehr hervorgebracht werden können. Nach vollständigem Füllen des Formkastens wird derselbe im Anschluß an das vollendete Stück, dieses am Ende, welches unter 60 Grad oder auch 45 Grad abgeböscht wird, umfassend, neu aufgestellt. Ist das Mauerwerk des ganzen Baues in dieselbe Gleiche gebracht, so beginnt man mit einem neuen Höhenabschnitt. Die Höhe des letzteren ist von der des Formkastens und der Herstellungsweise desselben abhängig, aber immer mindestens um 8 bis 10cm geringer, um welches Maß man den unteren Mauerteil umfassen läßt. Die Höhe der Seitenwände der Formen wird von den verschiedenen Schriftstellern von 0,31 bis 1,6m angegeben. Durch eine größere Höhe kann man die Arbeit schneller fördern, da die Gerüste weniger oft aufgestellt zu werden brauchen; es ist dabei aber sehr gute Stampfarbeit unbedingt nötig. Die Verwendung niedriger Formen ist sicherer, weil vor der Belastung durch neue Schichten die unteren Zeit zum Festwerden durch Austrocknen gehabt haben. Vor dem Beginn eines neuen Höhenabschnittes ist der darunter befindliche der Verbindung wegen vorsichtig anzufeuchten.

Bei eintretendem Regenwetter hat man die Mauern während der Nacht durch ein leichtes, nach beiden Seiten etwas überragendes Bretterdach zu schützen.

Hat man die beabsichtigte Stockwerkshöhe erreicht, so wird die Balkengleiche hergestellt und ein Falz für die nur für das Dachgebälk unbedingt erforderliche Mauerlatte eingehauen. Der Platz für die Balkenköpfe von Zwischengebälken kann auch unmittelbar durch Einhauen in die Mauern beschafft und über denselben das Stampfen fortgesetzt werden.

Infolge von nicht genau lotrecht gestellten oder aus dem Lot gewichenen Formgerüsten, sowie von nicht genügend festgestampften unteren Schichten ergeben sich in den Wandflächen mitunter Ausbauchungen. Diese können durch Abhauen mit einem Beile beseitigt werden.


Herstellung der Oeffnungen. (119.)

Die gewöhnliche Art, Fenster- und Thüröffnungen in den Wänden anzubringen, besteht in der Aufstellung von hölzernen Zargen, gegen welche und über welche die Erde gestampft wird. Doch kommen auch aus Backsteinen oder Hausteinen aufgemauerte, bezw. überwölbte Einfassungen in Anwendung, welche aber die Ausführung wesentlich verteuern und ebenso, wie die hölzernen Zargen, noch andere Unannehmlichkeiten an sich haben. Das empfehlenswerteste, auch das Ausführen der Wände sehr erleichternde und vereinfachende Verfahren ist daher wohl das von Schüler189) angewendete, nach welchem man die Mauern ganz ohne Rücksicht auf die Oeffnungen in einem Stücke aufstampft, auf denselben die Umgrenzungen der Oeffnungen aufzeichnet und dann diese aushaut. Die Kanten sollen bei einiger Vorsicht stehen bleiben; auch ist die gestampfte Masse fest genug, um sich über den

189) In: Ueber Pisébau oder Erdstampfbau. Salzungen 1865. ^




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Oeffnungen selbst zu tragen. Etwaige Unregelmäßigkeiten können durch Verstreichen der Lücken an den später im ganzen einzusetzenden Thür- und Fensterfuttern, die aber auch nicht unbedingt nötig sind, beseitigt werden. Diese am besten aus Eichenholz herzustellenden Futter werden mit langen, spitzen Nägeln an die Stampfwand genagelt.

Das immerhin schwierige Aushauen der Oeffnungen dürfte mit Vorteil durch das von Berndt190) empfohlene Aussägen ersetzt werden.


Formengerüste. (120.)

Die Formengerüste zur Herstellung der Erdstampfbauten sind nach zwei Hauptanordnungen zur Ausführung gelangt. Nach der ersten, die zuerst in Frankreich angewendet wurde und etwas umständlich ist, werden in Abständen von 0,9 bis 1,5m Joche aufgestellt, welche aus einem quer zur Wand gelegten Riegel mit zwei Schlitzen bestehen, in welchem zwei mit Zapfen versehene lotrechte Ständer durch vorgeschlagene Keile befestigt werden.

Grafik: Fig. 111191) 1/25 w. Gr.

Gegen diese Ständer lehnen sich die aus 5 bis 6cm starken Bohlen hergestellten Formbretter oder Formtafeln von 30 bis 90cm Höhe, zwischen welche die Erde gestampft wird und die daher in der der beabsichtigten Mauerdicke entsprechenden Entfernung aufgestellt werden müssen. Die Ständer sind oben durch den unteren gleich gebildete Querriegel verbunden oder durch zusammenzudrehende Seile, durch welche ein Knebelstock gesteckt wird, der sich gegen einen der Ständer legt, während der Abstand der Formbretter durch zwischengespannte Querhölzer gewahrt wird (Fig. 111191)). Die Formen werden 3 bis 6m lang gemacht und gewöhnlich mit 4 Jochen oder Gattern aufgestellt. Diese werden mitunter bis zu 1,6m lichter Höhe ausgeführt, und nahe bis zu dieser Höhe werden die Formbretter übereinander gestellt, so daß durch eine bloß zweimalige Aufstellung der Gerüste eine Wandhöhe bis zu 2,9m zu erreichen ist.

Für die unteren Querriegel müssen im Sockel Löcher ausgespart und in schon fertigen Wandstücken eingehauen werden. Diese Löcher werden nach Fertigstellung des Gebäudes ausgemauert.

An Stelle der hölzernen Querriegel benutzt man mitunter eiserne Spindeln.

Für die Ecken kommen entweder diagonal gestellte Böcke in Anwendung, oder die gewöhnlichen Formen werden durch ein Kopfbrett geschlossen und abwechselnd die eine oder die andere Wand bis zur äußeren Flucht durchgeführt.

Die zweite Art der Formengerüste ist einfacher, leichter zu handhaben und deshalb den eben beschriebenen vorzuziehen, von denen sie sich durch den Mangel der einzeln aufzustellenden Querjoche unterscheiden.

Die einfachste Art dieser Gerüste besteht aus Formbrettern von etwa 30 bis 36cm Höhe, die auf der Außenseite durch aufgenagelte Leisten gegen das Werfen geschützt sind und nur durch einen durch die Leisten gesteckten Querriegel oder

190) In: Der Asche- und Erd-Stampfbau. 2. Aufl. Leipzig 1875. S. 35. ^
191) Nach Rondelet's Angaben, nach denen Fig. 111 angefertigt ist, waren die Formtafeln nur aus 1 Zoll (= 27mm) starken Brettern hergestellt, aber an den Stellen, wo sie sich an die Ständer der Joche lehnen, durch lotrechte Brettstreifen verstärkt. ^




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eiserne Spindeln verbunden sind. Diese Querstücke haben an der einen Seite einen Kopf, an der anderen einen Schlitz für einen durchzusteckenden Keil (Fig. 112).

Grafik: Fig. 112

Mit einer solchen Form kann man nur einen Mauerabsatz von etwa 18 bis 24cm erzielen und muß dieselbe daher sehr oft aufstellen, was zeitraubend ist. Deshalb ist die Anwendung von Formtafeln von etwa 60 bis 80cm Höhe, die oben und unten durchgesteckte Querverbindungen haben, bequemer (Fig. 113 u. 114192).

Grafik: Fig. 113192) 1/25 w. Gr., Fig. 114192) 1/25 w. Gr.

Noch mehr fördern jedenfalls die von Schüler193) benutzten Gerüste (Fig. 115), mit welchen man durch zweimaliges Aufstellen, wie bei den beschriebenen französischen Gerüsten, die übliche Wandhöhe erzielen kann. Je ein solches Gerüst besteht aus zwei in der Längenrichtung der Mauer aufgestellten Rahmwerken, welche aus Unter- und Oberschwelle von der üblichen Bohlenlänge und aus einer Anzahl lotrechter Pfosten zusammengesetzt sind. Die letzteren sind 60 bis 80cm voneinander entfernt, etwa 1,6m hoch und mit den Schwellen durch Zapfen verbunden. Gegen diese Rahmen lehnen sich die Formbohlen, welche nach und nach übereinander gestellt werden. Die untere Querverbindung erfolgt durch eiserne Spindeln, die durch die Unterschwellen gesteckt sind, an einem Ende einen Kopf, am anderen Schlitze zum Eintreiben von Keilen haben. Eine Mehrzahl von solchen Schlitzen ist erwünscht, um dieselben Spindeln für verschiedene Mauerstärken benutzen zu können. Zur oberen Querverbindung benutzte Schüler Klemmzwingen (Fig. 116), die zu diesem Zwecke jedenfalls sehr geeignet sind, da sie sich sehr leicht sestmachen und loslösen lassen.

192) Nach: Engel, F. Der Kalksand-Pisébau. Berlin 1864. S. 52. ^
193) A. a. O., S. 10. ^




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Grafik: Fig. 115


Diese Formgerüste stellt man an den Ecken nach beiden Richtungen hin auf, so daß letztere aus dem Ganzen aufgestampft werden und daher nur zwischen denselben auf Verband der einzelnen Abschnitte zu achten ist.

Bei allen Arten der Formen müssen die Mauerseiten der Formbretter glatt gehobelt sein, damit beim Wegnehmen nicht Teile der Wandflächen an denselben hängen bleiben.

Grafik: Fig. 116


Schutzmaßregeln. (121.)

Der Hauptfehler der Erdstampfwände ist der, daß sie die Feuchtigkeit nicht vertragen und sich auch nicht dauerhaft ausbessern lassen. Gebäude dieser Art dürfen daher zunächst nur in Orten errichtet werden, die Ueberschwemmungen nicht ausgesetzt sind; dann muß man sie aber noch sorgfältig gegen die Einwirkungen von Grundfeuchtigkeit, Tagwassern und Schlagregen sichern. Grund- und Sockelmauern, letztere auf mindestens 0,5m Höhe mit etwas Vorsprung nach außen, müssen daher aus beständigerem Baustoff aufgeführt und womöglich mit einer Isolierschicht oben abgedeckt werden; ebenso sind große Dachvorsprünge und Walmdächer empfehlenswert. Als Schutz ist ein dauerhafter Putzüberzug unerläßlich. Die Schwierigkeiten der Herstellung und die verschiedenen Arten eines solchen sind schon in Art. 85 (S. 82) behandelt worden; hier wären nur noch solche beim Stampfen anzuwendende Maßregeln zu besprechen, welche das Anbringen eines haltbaren Kalkputzes zu befördern geeignet sind.

Zu diesen gehört das Einstampfen von schmalen Mörtelstreifen an den äußeren Rändern jeder Schicht, mit welchen sich der Kalkputz fest verbindet.

Grafik: Fig. 117 1/50 w. Gr.

Zu weit gehend, weil die Kosten ohne wesentlichen Nutzen vermehrend, ist die von Narjoux194) angewendete Bauweise, zwischen jede Stampfschicht eine Mörtellage einzuschalten. Dagegen scheint dieses Verfahren vorzügliche Ergebnisse in Algerien geliefert zu haben, weil dort beiderseitige Verkleidungen der Mauer von Mörtel gleichzeitig mit der Erde in die Formen gestampft und diese durch die zwischen den Schichten befindlichen Mörtellagen zusammengehalten werden (Fig. 117). Nach dem Wegnehmen der Formen wird der Mörtel nur mit der in etwas dicke Kalkmilch getauchten Mauerkelle gerieben und geglättet. Dieses beachtenswerte Verfahren übernahmen die Franzosen von den Eingeborenen für ihre Kasernenbauten195).

194) Siehe: Narjoux, F. Architecture communale. Paris 1870. ^
195) Siehe: Crelle's Journ. f. Bauk., Bd. 21, S. 90. ^




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Grafik: Fig. 118

Mit großem Vorteile will Hinträger auf den v. Horsky'schen Gütern bei Kolin196) nach dem Einstampfen je einer Schicht von 13 bis 16cm Höhe an den Rändern Steinsplitter von etwa 8 bis 13cm Länge und 13mm Dicke oder entsprechend große Dachziegelstücke aufgelegt und mit eingestampft haben (Fig. 118). Nach dem Wegnehmen der Formkasten wurde die Erde zwischen den Steinlagen auf 13 bis 19mm Tiefe ausgeschnitten, um dadurch Raum für den durch die erwähnten Steinlagen fest zu haltenden Kalkputz zu gewinnen. Wegen des langsamen Austrocknens und Setzens der Mauern ist dieser Putz erst ein Jahr später aufzuführen.


In manchen Fällen mag der Behang der Wände mit Dachpappe, welche auf hölzernen Dübeln zu befestigen ist, ein zweckmäßiger Ersatz für Putzüberzug sein. Die Dübel sind mit durchgestekten Holzstiften in der Mauer zu verankern.


Wertschätzung. (122.)

Die von Schüler dem Erdstampfbau zugeschriebenen Vorteile: Feuerfestigkeit, Dauerhaftigkeit, Holzersparnis, Einfachheit und dadurch rasche Förderung des Baues, sowie Wohlfeilheit, wird man demselben in der Hauptsache gern zugestehen können, wenn die Ausführung innerhalb der dem Baustoff von der Natur gesteckten Grenzen erfolgt und alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Man wird mit Nutzen in dieser Bauweise einfache ländliche Wirtschafts- und Wohngebäude (aber nicht Stallungen), sowie Gebäude für mancherlei gewerbliche Zwecke errichten können, wenn man sich mit schmucklosen, kahlen Wänden begnügt. Einfachheit des Planes ist erste Grundbedingung für das Entwerfen solcher Gebäude; Grundrisse mit geradlinigen, nicht durch Vor- und Rücksprünge unterbrochenen Mauerzügen sind allein zulässig; die mitunter zur Ausführung gelangten Gesimse und Ornamente aus Erdstampfmasse sind als dem Baustoff nicht entsprechende Künsteleien zu bezeichnen.

Die von Schüler den Erdstampfbauten ebenfalls zugeschriebenen Vorteile der Wärme und Zuträglichkeit (gesundes Wohnen) sind dagegen nicht unbedingt zuzugeben. Die Wände bestehen aus einem schlecht wärmeleitenden Stoffe und werden daher wohl im Winter, wenn einmal erwärmt, gut warmhaltende Räume liefern; wegen der großen Dicke aber, die sie erhalten müssen, werden dieselben Räume im Sommer nur einen kellerartigen Aufenthalt bieten können.

Ein großer Vorzug zur Ausführung der erwähnten Gebäudearten in Erdstampfwerk ist der Umstand, daß sie unter Leitung nur eines sachverständigen Mannes von gewöhnlichen Taglöhnern hergestellt werden können. Unter der Voraussetzung einer trockenen Lage und des Vorhandenseins passender Erde kann man sie überall da errichten, wo der Raum zur Aufstellung der Formgerüste vorhanden ist, also nicht unmittelbar anstoßend an schon vorhandene Bauwerke. Die Festigkeit von guter Stampfmasse wird schon dadurch bewiesen, daß man Oeffnungen aus den Mauern heraushauen kann; auch die Dauerhaftigkeit bezeugen viele Beispiele.

196) Siehe: Allg. Bauz. 1871, S. 380 u. ff. ^




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Rondelet197) erzählt von einem von ihm im Jahre 1764 neu eingerichteten und mit Pifé vergrößerten Schlosse, welches schon mehr als 150 Jahre bestand und sich als außerordentlich fest erwies; denn die Mauern kamen an Härte und Dauer einem weichen Steine von mittlerer Güte gleich.

Auf die Nützlichkeit dieser Bauweise für den Festungsbau sei hier beiläufig aufmerksam gemacht198).

Für ein feuchtes Klima scheint der Erdstampfbau nicht zu passen.

197) In: Kunst zu bauen. Bd. I. Aus dem Franzüsischen von C. H. Distelbarth. Leipzig u. Darmstadt 1833, S. 148, 155. ^
198) Näheres hierüber in: La semaine des constr., Jahrg. 10, S. 280. ^

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